
Regulierende Ökosystemleistungen
Treibhausgasemission und -bindung von Ökosystemen
Beschreibung
Die aktuell voranschreitende globale Klimaerwärmung ist nur zu stoppen, wenn in allen Bereichen der Gesellschaft der Ausstoß von Treibhausgas vermieden wird und – wo möglich – in der Atmosphäre vorhandene Klimagase, insbesondere Kohlendioxid, in Speichermedien eingebunden werden. Pflanzen können durch Photosynthese Kohlendioxid aus der Luft aufnehmen und in ihrer Biomasse, im Boden und anderen Speichern für einige Zeit festhalten. Naturnahe Ökosysteme stoßen nur in geringem Maße Treibhausgase aus, die zum Klimawandel beitragen. Im Gegensatz dazu werden von einigen intensiv genutzten Ökosystemen sogar Treibhausgase in die Atmosphäre freigesetzt. Eine hohe Kohlenstoffeinbindung bei möglichst geringer Treibhausgasfreisetzung ist ein wichtiger Beitrag zur Verminderung von negativen Folgen des Klimawandels.
Die Ökosystemleistung zur globalen Klimaregulation durch Verminderung von Treibhausgasen wird modelliert als jährlicher Hektarwert der Emissionen bzw. Einbindungen von Treibhausgasen. Dazu werden neben dem Kohlendioxid auch die Treibhausgase Methan (CH4) und Lachgas (N2O) betrachtet, die pro Tonne gesehen klimawirksamer sind als CO2 und deshalb in sogenannte CO2-Aquivalete (kurz: CO2-eq) umgerechnet wurden.

Quelle: IÖR
Die Hektarwerte unterscheiden sich stark nach organischen oder mineralischen Böden, denn viele Ökosysteme binden in ihren mineralischen Böden mehr CO2 ein, als sie Klimagase emittieren; umgekehrt werden auf konventionell bewirtschafteten organischen Böden durch Entwässerung und nachfolgendem Humusabbau überwiegend Treibhausgase in die Atmosphäre entlassen.
Im Jahr 2018 banden alle deutschen Ökosysteme 28,9 Millionen Tonnen CO2 mehr ein, als Treibhausgase emittiert wurden, der Großteil mit 11,7 Millionen Tonnen in Bayern. Diese Bilanz bildet die Differenz verschiedener Teilprozesse. Dazu zählen u. a. die Einbindung von 69 Millionen Tonnen CO2 in den Wäldern und Emissionen in Höhe von 33 Millionen Tonnen CO2-Aquivalenten aus landwirtschaftlichen Flächen. Allerdings sind für Letztere vor allem Boden-Entwässerung und Stickstoffdüngung verantwortlich, die aufgrund ökologisch angepasster Nutzung vermieden bzw. vermindert werden könnten.

Die Emissionswerte aus dem Nationalen Treibhausgasinventarbericht (NIR) wurden verschiedenen Nutzungen, Böden und Quellgruppen zugeordnet und unter Berücksichtigung ihrer Vorzeichen (Einbindung minus, Emissionen plus) in Hektar-Mittelwerte umgerechnet. Hierbei sind auch die Ein- und Ausgänge durch Landnutzungsänderungen enthalten.


räumliche Bezugsebene:
Deutschland, terrestrische Landfläche, vollständig
Zeitschnitte:
2018 (3-jährig geplant)
Hauptindikator:
Treibhausgasemission und -einbindung von Ökosystemen
Nebenindikatoren:
Kohlenstoffgehalt in Ökosystemen (Zustandsindikator)