Landschaften und Ökosysteme

Die Verbreitung der Ökosysteme Deutschlands

Beschreibung

Ein Ökosystem umfasst das räumliche Beziehungsgefüge der Lebewesen untereinander und deren anorganische Umwelt und wird durch seine Lebensgemeinschaft (Biozönose) und deren Lebensraum (Biotop) gekennzeichnet. Das Ökosystemkonzept umfasst mehrere hierarchische Ebenen, wobei auf jeder Ebene (Dimensionsstufe) Ökosysteme identifiziert und kartiert werden können – von kleinen Lebensräumen und Biotopen bis hin zu großräumigen Biomen und Ökoregionen. Die Bilanzierung des Zustandes und der Leistungen der Ökosysteme (Ecosystem Condition und Ecosystem Service Account) benötigt als gemeinsame Basis die hier bereit gestellten Informationen über die Ausdehnung der Fläche der unterschiedliche Ökosysteme (Ecosystem Extent Account) und ggf. ihrer Änderungen.

Zur Definition der flächenscharf darstellbaren Ökosystemklassen, die auf Basis des BKG-Landbedeckungsmodells (LBM-DE) erfasst wurden, dient das europäische CORINE Landcover (CLC)-Klassifikationssystem. Von den 44 für Europa existierenden Klassen zur Bodenbedeckung aus der CLC-Nomenklatur sind für Deutschland 37 relevant. Es wurde ein Ansatz erarbeitet, der eine flächendeckende und redundanzfreie Beschreibung der Land- und Wasserfläche in der Zuständigkeit Deutschlands mittels 5 Haupttypen sowie zugeordneter Klassen von jeweils 3 bzw. bei „Wald und Gehölz“ 2 Unter-Ökosystemtypen ermöglicht. Im LBM-DE fehlen lineare Infrastruktur- und Kleinstrukturelemente (BKG 2018). Diese fehlenden Elemente wurden daher dem ATKIS-Basis-DLM entnommen werden, wo Linienobjekte schmaler als 12 m mit ihren Objektachsen modelliert sind. Durch Pufferung wurden diese als Flächen (Polygone) modelliert und in das LBM eingefügt. 

Quelle: IÖR


Datenzugang (Links)


Interpretation/Trends

Siehe hier.

Die relative Kürze des betrachteten Zeitraums (drei Zeiträume) erlaubt es kaum, Trends oder Verschiebungen zuverlässig zu bestimmen, da diese durch methodische Änderungen bei der Klassifizierung der Landnutzung und Bodenbedeckung im LBM-DE (insbesondere zwischen den Berichtsjahren 2012 und 2015) überdeckt werden können. Eine Interpretation der Ökosystemtypen wird auch dadurch erschwert, dass sich bei Flächen wie Grünland die Klassifizierung von naturnahem Offenland von einem Zeitraum zum nächsten ändert, obwohl wahrscheinlich keine tatsächliche Nutzungsänderung stattgefunden hat. Darüber hinaus wurden die ATKIS-Daten, die als Basisdaten für das LBM dienen, durch einen mehrjährigen Systematisierungsprozess verändert (der 2014 abgeschlossen wurde), was die zeitliche Vergleichbarkeit beeinträchtigt. So finden wir beim Vergleich der Jahre 2015 und 2018 eine bessere Übereinstimmung der Flächengrößen der Ökosystemtypen als beim Vergleich von 2012 und 2015


Methodik und Formel

Mit dem LBM-DE erfasst das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) deutschlandweit die Landbedeckung und in Teilen auch die Meeresgebiete, alles halbautomatisiert über Satellitenbilder (RapidEye), Basis-DLM (digitale topographische Karten) und Hilfsdaten (Orthophotos). Der einjährige Erfassungszeitraum ermöglicht die Angabe eines festen Bezugsjahrs. In der digitalen Kartierung beträgt die Mindestbreite 15 m und die Mindestfläche 1 ha. Durch Aktualisierungen können ausnahmsweise auch kleinere Schnittflächen auftreten, die aber mindestens 0,2 ha groß sein müssen. Im LBM-DE gibt es keine linearen Infrastruktur- und Kleinstrukturelemente, die somit bei einer Flächenanteilsberechnung auch nicht berücksichtigt werden können. Solche kleinen bzw. linearen Elemente können können jedoch dem ATKIS-Basis-DLM entnommen werden, weil dort Linienobjekte schmaler als 12 m durch ihre Objektachsen erfasst sind. Mit Hilfe einer Pufferung wurden diese vom IÖR flächenhaft modelliert und in das LBM eingefügt. Um eine eindeutige Flächenzuordnung zu gewährleisten, wurden dabei auftretende Überlagerungen zugunsten der linearen Infrastruktur- und Kleinstrukturelemente entfernt. Dazu wurden Priorisierungsregeln für die Überlagerung unterschiedlicher Ökosystemytypen definiert. Dies geschah in Anlehnung an das Flächenpriorisierungsverfahren des „Monitors der Siedlungs- und Freiraumentwicklung“  des IÖR.


Metadaten

räumliche Bezugsebene:

Festlands-Territorium Deutschlands mit nationalen Seegewässern in Bodensee, Nord- und Ostsee sowie den Ausschließlichen Wirtschaftszonen (AWZ) in Nord- und Ostsee

Zeitschnitte:

2012, 2015, 2018

Hauptindikator:

Haupt- und Unter-Ökosystemtyp

Nebenindikatoren:

CLC-Typ