Eigenschaften der Agrar-Ökosysteme

Ökologische Landwirtschaft

Beschreibung

Der ökologische Landbau ist eine ressourcenschonende und umweltverträgliche Wirtschaftsform im Agrarbereich, die auf weitgehend auf den Einsatz Pestiziden und Kunstdünger verzichtet, sich an traditionellen Anbaumethoden und am Prinzip der Nachhaltigkeit orientiert. 

Gemessen werden kann sowohl der Anteil der ökologisch bewirtschafteten Agrarfläche, die gleichermaßen Ackerland, Grünland und andere Kulturformen wie Wein- und Obstanbau einschließt. Flächenmäßig entfällt der größte Teil der ökologisch bewirtschafteten Flächen auf Grünland. Im Hinblick auf den Arten-, Klima-, Boden-, und Grundwasserschutz ist auch der (flächenmäßig) kleinere Anteil der ökologisch bewirtschaften Ackerfläche von besonderem Interesse, weil vor allem auf diesen Flächen eine Vielzahl von Agrochemikalien nicht eingesetzt werden und bestimmte Arten eine Überlebenschance erhalten, die auf konventionell bewirtschaften Flächen stärker gefährdet sind. Deswegen wird neben der ökologischen Anbaufläche insgesamt auch der Acker-Anteil separat als Indikator beobachtet.

 

 

Quelle: IÖR


Datenzugang (Links)


Interpretation/Trends

Mit 11,97 Mrd. Euro Umsatz im Jahr 2019 hat Deutschland den größten Markt für Biolebensmittel in Europa. Daher hat sich die aktuelle Bundesregierung im Koalitionsvertrag zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2030 den Ökolandbau auf 30 % zu steigern. Die ökologische Landwirtschaft kann insbesondere für den Natur- und Artenschutz, die Reinhaltung von Grund- und Oberflächengewässern, den Erholungswert der Landschaft, den Klimaschutz, das Tierwohl, den Schutz des Bodens und für die Gesundheitsvorsorge wertvolle Beiträge leisten. Seit 1989 wird der ökologische Landbau in Deutschland bundesweit mit öffentlichen Mitteln gefördert.

Je höher der Anteil des ökologischen Landbaus und damit die landwirtschaftliche Nutzfläche mit ökologischer Bewirtschaftung, desto höher ist die Verträglichkeit mit Belangen des Natur- und Ressourcenschutzes. Vor diesem Hintergrund ist der Anteil des ökologischen Landbaues in Deutschland, gemessen anhand der ökologisch bewirtschafteten Flächen, von hoher Bedeutung und ein wichtiger Indikator für umwelt- und agrarpolitische Entscheidungen. 

In allen Bundesländern nahm die ökologisch bewirtschaftete Fläche in den letzten Jahren zu. Bayern verzeichnete dabei mit fast 120.000 ha innerhalb von 4 Jahren den größten Zuwachs an ökologisch bewirtschafteter Fläche. Mit rund 366.000 ha weist Bayern auch die größte ökologisch bewirtschaftete Fläche auf. In den meisten Bundesländern wurde die Zunahme vor allem durch einen stärkeren Anstieg der ökologisch bewirtschafteten Ackerflächen erreicht.

 


Methodik und Formel

Datengrundlage: Das Integrierte Verwaltungs- und Kontrollsystem (InVeKoS) dient als Kontrollinstrument für die Agrarausgaben der EU. Zur Beantragung von EU-Agrarförderungen wird die Bewirtschaftung der Agrarflächen von den Landwirtschaftsbetrieben gemeldet, u.a. die Kulturart und ggf. eine ökologische Bewirtschaftung. Diese Daten wurden für eine Lokalisierung der ökologisch bewirtschafteten Flächen herangezogen.

Folgende Indikatoren werden bereitgestellt:

  • Anteil ökologischer Landbau an der Ackerfläche

Der Indikator beschreibt den Anteil der ökologischen Ackerfläche, welche bereits auf ökologischen Landbau umgestellt wurde im Verhältnis zur gesamten Ackerfläche der der Bundesländer.
Datengrundlage Agrarstrukturerhebung

  •  „Anteil ökologischer Landbau an Landwirtschaftsfläche"

Der Indikator beschreibt den Anteil der ökologischen Landwirtschaftsfläche, welche bereits auf ökologischen Landbau umgestellt wurde im Verhältnis zur Landwirtschaftsfläche der Bundesländer anhand der jüngsten Agrarstrukturerhebung.

 


Metadaten

räumliche Bezugsebene:

Landwirtschaftliche Nutzfläche in Deutschland

Zeitschnitte:

2016 bis 2020 (fortführend jährliche Berechnung geplant)

Hauptindikator:

Anteil ökologischer Landbau an der Ackerfläche 

Nebenindikatoren:

Anteil ökologischer Landbau an Landwirtschaftsfläche